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25 Mrz 2021
Openess - Happiness

Kleines Glück

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (Johann Wolfgang von Goethe). Nassrudin Hodscha nennt den Zauber „Verwunderung“. Was ist es also, der Augenblick von wunderbarem Zauber, dem Innehalten? Und was haben Goethe und der wunderliche Nassrudin im Business-Alltag des „New Normal“ verloren?

Ich weiss es nicht. Und: gerade deshalb ich bin neugierig auf mögliche Lösungen und Wendungen – und das große neue Bild unseres Lebens. Bin ich deshalb schon „agil“ ?

Wie viele Perspektiven bietet eine Metaposition? Was können die vielen anderen zu unserer Expertise beifügen? Wie viele Möglichkeiten sind im großen Bild zu erkennen? Wie viel Gelassenheit braucht es um diese als weitere Lösungen zu erkennen und wieviel Kraft, um diese anzunehmen und umzusetzen?

Haben Sie beim Lesen mitgezählt? Die vielen „viel(e)“, die sich auftun, wenn wir nicht mehr im Muster des „Wissen müssen“ verharren?!

Genau genommen habe ich Ihnen die Kernthemen der Agilität angeboten

  • Nicht wissen und darauf vertrauen, dass
  • Dialog und dann auch noch Interdisziplinarität eine großartige Erweiterung von Wahrnehmung darstellen,
  • Perspektiven zu wechseln und in Bezug zum System, zu setzen – über den Tellerrand zu schauen – und dann
  • Sich freuen über den gelungenen, kleinen Schritt, schöpfen daraus Kraft und machen einen nächsten Schritt.

Ja, sagen Sie. Ich weiss, sagen Sie.

Natürlich. Und dann: ändert dieses Wissen Ihre Haltung, Ihr Verhalten? Woran erkennen wir die Veränderung?

Welche Illusion?!

Unterschiedliche Ebenen bewirken unterschiedliche Folgen und Emotionen

  1. Wir dürfen die Illusion der Kontrolle aufgeben, die Sehnsucht, alles im Griff zu haben und dem letzten „Zipferl“ an Macht über das System.
  2. Wir erlauben uns Vertrauen in uns selbst und danach in die Menschen, die zu unseren Visionen, Zielen beitragen, zu fassen
  3. Dann erst öffnen wir uns gegenüber den Eindrücken und Ergänzungen, die uns von außen erreichen. Wir staunen über die Möglichkeiten, die wir selbst nie in Betracht zogen. Seit Jahren beobachte ich wertgeschätzte Menschen, die mit System alles anders gestalten, als ich es täte, und: sie schaffen es – oftmals einfacher und gelassener als ich. Ich lerne.
    Ebenso lange fokussiere ich auf meine „Kunden“, intern und extern. Deren Anliegen ermöglichen Impulse und öffnen meine Blickwinkel. Danke dafür.
  4. Wir sind flexibel und nicht von starren Strukturen und bestimmten Experten/Teammitgliedern abhängig. Iterative Schritte bringen notwendige Flexibilität.
  5. Wir schöpfen Atem und erkennen die kleinen Erfolge am Wegrand. Serendipity. Das kleine Glück.

Endlich: das kleine tägliche Glück.

Und das gehört uns persönlich oder, innerhalb der Organisation, gemeinsam nach Werten ausgerichtet und erfahren. Voraussetzung dafür ist die Gelassenheit, bei sich zu bleiben und aufmerksam zu sein für die kleinen Zufälle, Fortschritte und Abschnitte, die sich uns glückhaft öffnen.

Wie schaffen Sie für sich die kleinen Glücksmomente? Wir, Barbara und Michel, sind neugierig, von Ihnen zu lernen. Schreiben Sie uns, rufen Sie an und erweitern Sie Ihren Glücksmoment durch Teilen.

Bis dahin: bleiben Sie gesund, neugierig und offen! Um das „Besser“ zu wissen, müssen wir das „Gute“ nicht kennen. (in Anlehnung an Steve de Shazer).

Eure Barbara & Michel

 

 

09 Mrz 2021
angry forgetting

Wütendes Vergessen

Wütendes Vergessen!?

Geht es Ihnen manchmal so, dass Sie am Freitag das Gefühl haben, es sei erst Dienstag? Oder dass Ihr Kurzzeitgedächtnis Sie im Stich lässt, während Sie in alten Erinnerungen schwelgen könnten?

Sie sind nicht allein, sondern in guter Gesellschaft der Vielen, die die letzten Monate im Homeoffice verbrachten und nötige Herausforderungen, ihr Gedächtnis zu üben, vermissten.

Macht nichts, ist nicht so schlimm?

Leider doch, denn mit der Fitness bestimmter Hirnareale ist auch die Wahrnehmungsebene betroffen und damit das gefühlte und tatsächliche Vermögen, sich zu konzentrieren, zu fokussieren, zu reflektieren und Komplexität zu verstehen. Dies führt oft zu einem Gefühl des Kontrollverlustes und ungeachtet der tatsächlichen Beeinträchtigung verlangen wir nach Sicherheiten, Kontrolle und Macht.

Meine These also ist, dass das verminderte Vermögen, Komplexität zu erfassen, zu einem Verlust von Agilität führt, einer Voraussetzung dafür, sich in der aktuellen Situation zu bewegen.

Kontrollverlust versus Machtlust ?

Welche Erfahrungen machen Sie? Ist Ihre Arbeitswelt hybrider geworden?
Wie viele Vorteile ziehen Sie aus der neuen Situation?
Wieso frage ich nicht nach den Nachteilen derselben?
Welche Gestaltungsrahmen bietet das „neue Normale“?
Wie erhalte ich mein gefühltes und tatsächliches Denk- und Erinnerungsvermögen?

Eine Frage ist schnell zu beantworten: Die Nachteile (für Lösungen dieser Art) zu erfragen, ist minder erheblich, sie blockieren unsere Kreativität und die Erinnerung an Erfolge.

Wichtiger ist zu fragen: worin waren Sie und Ihre Organisation erfolgreich? Wieviel Agilität und wieviel Struktur waren hilfreich beim Reorganisieren der Lebens- und Arbeitswelt? Wie konnten Sie Mut und Freude aufrecht erhalten?

Und dann: wie beeinflussen wir unsere Fähigkeit, konzentriert und rasch zu erkennen, zu analysieren, zu agieren, zu reagieren? Wie halten wir unsere Flexibilität aufrecht?

Wie üben wir unser Denkvermögen im Rahmen neuer digitaler Anforderungen und vermehrt fehlender sozialer, empathischer Wechselbeziehungen?

Wie reagieren wir auf, wie unterscheiden wir zwischen Fake und subjektiver Wirklichkeit? Wie wertschätzen wir Fakten?
Wie „agil“ handhaben wir Komplexität? Wie gehen wir mit Unsicherheiten, Volatilitäten, Mehrdeutigkeiten um?

Worin besteht unsere Freiheit?

Sicher werden wir alle noch viel dazulernen müssen, weiter entwickeln und neu erfinden. Für heute habe ich drei Lösungsansätze anzubieten:

1. Nora Bateson bezieht sich in Ihren Überlegungen zu „Emergence“ auf die Annahme, dass vielen gegenwärtigen Ergebnissen Entwicklungen mehrerer Generationen vorangehen und eine Lösung im Verständnis desselben liegen, ohne die Wurzeln der Entwicklung bloßlegen zu müssen. Sie nennt dieses Verständnis „Warm Data“ – Empathie, Intuition und Verständnis -, auf dem dann gemeinsames Lernen („Symmatesy“) und Lösungen aufbauen.

2. Studien ergaben, dass die tatsächliche Übung unterschiedlicher Hirnregionen nicht nur das Erinnerungsvermögen stärken, sondern zu einem entspannteren, allgemeinen Wohlbefinden führen. Studien zeigen, dass die ruhige, gelassene Beanspruchung derselben Hirnregionen zu rascheren und angemessenen Erinnerungen und Entscheidungen führen. Ich nenne es Klarheit aus dem (Los-)Lassen und Neugier auf das, was dann kommt.

3. Reflexion über das eigene Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle: Marshall Rosenberg schreibt in „The Purpose of Anger“, dass Ärger und Wut Ausdruck nicht erfüllter Bedürfnisse seien. Diese selbst und dann bei anderen zu erkennen und zu artikulieren, könnte uns reichlich viel Anstrengung ersparen, (uns selbst und) anderen Kontrollsysteme aufzuerlegen.

Wieviel besser wirkten dann Selbstvertrauen, Selbstverantwortung und Sinnstiftung für Komplexitätsbewältigung und den Ausbau agiler Haltungen.

Sicher fallen Ihnen noch andere hilfreiche Haltungen und Fähigkeiten ein.
Schreiben sie uns. Gemeinsam schaffen wir eine diverse, agile, lösungsorientierte Welt in Bewegung.

Ach ja: vergessen wir bitte nicht, uns diese Zukunft bunt und sinnstiftend zu malen. Dann kann es gelingen….

Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke und Antworten. Lernen wir gemeinsam,
Ihre

Barbara & Michel

Ergänzende Literatur
https://advances.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/sciadv.abc7606
Surprising Purpose of Anger by Marshall B. Rosenberg, ISBN 9781892005151
Nora Bateson: https://warmdatalab.net/warm-data

01 Feb 2021
Temptation

Versuchung

Versuchung. Was für ein Wort. Ver-such-ung. Nein, kein Verbot, kein Kick durch Selbstgefährdung. Oder doch? Ist der Tellerrand, über den wir blicken, so eng geworden, der Teller, auf dem wir Leben essen, so klein?

Darüber zu reflektieren, bietet Suchtgefahr. Sehnsuchtsgefahr. Denn nichts anderes meine ich heute, wenn ich über Versuchung als die Einladung schreibe, über bisherige Erfahrungen hinaus zu gehen. Drogenfrei, versteht sich. Na dann, „versuchen“ wir es:

Was bietet Halt, was gibt Struktur in einer sich mehr und mehr auflösenden alten Welt? Was sind alte Erfahrungen, die wir behalten und neue Erfahrungen, die wir sammeln sollen?

Meine Inspiration für den heutigen Blog war ein klassisch aufgemachtes Angebot von Zukunftsorientierung. Es bietet überzeugte Auskunft über Digitalisierung, Remote Work, Führungsarbeit und operative Zukunftsszenarien. Mit allem Respekt: Bullshit.

Habe ich Ihre Aufmerksamkeit?

Bullshit? Es kommt auf die Perspektive an!? Wenn der Autor/die Autoren für sich sprechen und verantworten, mag die Vorhersage zustimmen. Wenn – so ist es der Fall – wir aber kollektiv gefragt sind, die Vorhersage in Realität zu wandeln, ist diese Aussage mit Wahrheitsanspruch unangemessen. Denn: Jedes Individuum ist gefragt, seinen eigenen Vorhaben, Intentionen, seinem Wollen und Können zu folgen, um Realität zu schaffen. Die Ergebnisse des Zusammenwirkens heute zu wissen, ist unmöglich.

Denn Zukunft ist ein gemeinsamer Versuch (und Irrtum)

Mein Angebot: Tun wir nicht länger so, als wüssten wir es, als hätten wir die Weisheit, Zukunft zu sehen. Und lassen wir uns zu, unsere Ängste, unsere Sorgen und unsere Sorgfalt und das Wissen, dass wir unsere Zukünfte aus unterschiedlicher Perspektive, Expertise, der Fähigkeit, rasch zu reagieren und aus der Sehnsucht nach einem schönen und angemessenen Leben für Viele ansteuern wollen. Robert Dilts und Stephen Gilligen beschreiben in deren „Generative Change“ eindringlich, dass kreative Zukunftsgestaltung von unserer Haltung abhängt. Nur Stabilität in uns selbst, Offenheit, das willkommen heißen anderer Inputs ermöglichen uns, Lösungen zu finden, wo vorher fremdgesteuerte Bestimmtheit war.

Haben Sie aufgegeben, weiter zu suchen?

Haben Sie sich zurück gezogen in Ihre eigene Wahrheit, in Vertrautes, Bekanntes. Eben zurückgezogen in klare Voraussagen, die aus dem Fortschreiben der Vergangenheit entstanden? Oder beschließen Sie, sich auf sich zu besinnen, zu vertrauen und dazu, Lösungen im Zusammenwirken mit anderen zu suchen.

So gewinnt der „Versuch“, die „Versuchung“ eine andere, schöne Bedeutung.
Sie lässt den Ausgang offen, kennt wenig „entweder oder“ und oftmals ein „sowohl als auch“ und dann ein „und dann auch noch“ (Anmerkung: angelehnt an Steve de Shazers und Insoo Kim Bergs „Brief Solution Synchronicity“, (BFTC Milwaukee/Wisconsin).

Eigene Aufgaben, Menschen, Intentionen, Zusammenarbeit, all dies beginnt sich zu verändern und lässt viele Möglichkeiten zu. Versuchen Sie es. Was vor dem disruptiven Jahr 2020 sich leise ankündigte, ist heute Realität. Begriffe wie „positiv“ und „negativ“ haben ihre Konnotationen geändert. Erlauben Sie es dem „Versuchen“ auch: Definieren wir „versuchen“ als ein konsequentes Suchen nach Lösungen, Entwicklungen, Alternativen und dann „Beidem“: dieses „versuchen“ kennt kein Scheitern, nur einen Weg der Entwicklung.

Was geht uns das als Führungskräfte an?

Vieles, möchte ich meinen: wenn Führungskräfte den anvertrauten Mitarbeitern eine neue Definition von „Versuchung“, von „Versuch“ vermitteln können, dürfen Mitarbeiter ein nicht wunschgemäßes Resultat nicht mit „misslungenem Versuch“ abtun, der dann Abwarten und Rückzug nach sich zieht, sondern ein kontinuierliches Wiederaufnehmen, Weitermachen und erstauntes, selbstbewusstes, kreatives, neues „Zwischenergebnis“ ermöglicht.

Macht Versuchen süchtig?

Vielleicht? Vielleicht auch nicht. Es erfordert Selbstreflexion und es erfordert Einsatz. Es erfordert Mut, unbekanntes Terrain zu versuchen, sich und kreative Lösungen zu entdecken.

Gibt es dafür ein Mittel? Versuchen wir es mit Haltung.

• Geben Sie sich und Ihren Mitarbeitern einen Rahmen, in dem Lösungen möglich sind (Dilts und Gilligan sprechen vom Zusammenspiel von Körper und Unbewusstem und Bewusstem in einem steten Dialog.)
• Geben Sie sich und den Mitarbeiter eine gemeinsame Intention (Was wollen wir gemeinsam erreichen?)
• Entwickeln Sie gemeinsam ein „generatives“, versuchendes Mindset (Führen Sie sich und die anvertrauten Menschen von der Bewertung durch Dritte in ein wertschätzendes Miteinander.)
• Suchen Sie ein angemessenes, gemeinsames, kreatives Lösungsbild (Viele Wege führen nach Rom: es gibt nicht nur eine Lösung, bleiben Sie offen.)
• Wandeln Sie Hindernisse in feine Ressourcen (Veränderung findet statt, wo Herausforderung und Neuland warten.)
• Treiben Sie die Transformation stetig voran.

Genug von Versuchen? Gut. Dann ans Werk: tun Sie es!

Schreiben Sie uns: wovon soll es zukünftig mehr geben, wovon weniger? Herzlichen Dank für Ihr Feedback bereits heute,

Ihre Barbara und Michel

Nachweise:
Robert B Dilts, Stephen Gilligan: weitere Informationen unter www.stephengilligan.com
Insa Sparrer, Matthias Varga von Kibed unter https://www.syst.info

08 Jan 2021
Verführung

Verführung

Verführung. Wie verführerisch das klingt.

Einerseits, sich verführen zu lassen und anderseits, andere zu verführen. Machtaufgabe und Machtanmaßung – oder Aufgabe von Verantwortung und kaltes Kalkül.

Davon will ich heute nicht schreiben. Oder nur so viel:

Wir haben es lange nicht wahrhaben wollen. Nicht nur, dass es kein „back to normal“ geben wird, sondern auch, dass „more of the same“, also mehr Kontrolle, mehr funktionale Hierarchie, mehr Effizienz, uns keinen Ausweg aus der aktuellen Situation weisen. Auch dann, wenn es sich einige noch so sehr wünschen, Verantwortung nach oben oder sonst wohin abgeben zu dürfen.

Nein. So geht es nicht weiter. Auch nicht durch meso-esoterisches Abtrifften in Realitäts- und Faktenverweigerung.

Nichts davon unterstützt uns als Individuen, die neuen Herausforderungen anzunehmen

  • Verschiebung von Raum und Zeit durch die Mischung von analogem und digitalem Arbeiten: wie (ver)führen wir unsere Mitarbeiter zu sozialem, zu ökonomischen und zu selbst-reflektiertem Verhalten? Welche Strukturen braucht es dafür, welche Tagesabläufe, Technologien und Orte der Begegnung. Vieles wird uns durch Zukunftsforscher bereits vorgegeben. Die Wahrheit ist: wir wissen es nicht und Ahnung und Annahme sind nur Pfade.
  • Kreativität und Innovation brauchen neue, interdisziplinäre Ansätze. Dazu gehört Mut, Vieles (noch) nicht zu wissen und Vertrauen in die Fähigkeiten der Partner. Wie schaffen wir eine Vertrauenskultur, wo starke Macht und Kontrollhierarchien herrschen? Welche dieser Strukturen werden weiter nützlich sein und
  • Sicherheit geben? Wann wird künstliche Intelligenz welche Aufgaben – sogar gestalterisch – übernehmen und was bleibt dann dem Menschen, der Führungskraft, an Aufgaben?
  • Erwerb von neuen Kompetenzen im Umgang mit neuen Rahmenbedingungen, wenn wir die alten Systeme und Wirkkräfte noch nicht verstanden haben?

Was also hat das mit Verführung zu tun? Und was hat es mit Führung zu tun?

Verführen Sie sich selbst durch klare Gedanken und das Wissen um die Verantwortung uns selbst gegenüber und dann gegenüber jenen, die wir führen. Wie das geht?

Nutzen wir die ersten Tage des neuen Jahres und üben wir uns in Klarheit. Klarheit darüber, welche innere Kraft uns täglich treibt. Nein, damit ist nicht der tägliche Broterwerb gemeint, sondern das, was wir zur Verbesserung dieser unserer Welt beitragen wollen und können. Geben wir uns eine Ausrichtung: nein, keine Antwort auf Anordnungen, sondern innere Leuchttürme, die uns helfen, jeden Tag weiter zu machen mit unserem Ziel vor Augen.

Ich weiss, dass ist gerade jetzt eine anspruchsvolle Herausforderung. Täglich begegnen wir Menschen, die sich verhalten, als würde es keine Neue Zeit geben, keine Mitmenschen zu berücksichtigen, keine Angst vor Veränderung.

Versuchen wir es trotzdem (und nicht nur, weil uns die Literatur von Viktor Frankl bis zu den Hypnosystemikern wie Steve de Shazer und spirituellen NLPlern wie zB. Robert Dilts, Steven Gilligan und vielen anderen es vorleben). An den „alten Herren“ ist zum Beispiel auch der Lauf der Zeit gut abzulesen: das Bleibende und das Alternde. Unzählige Literatur und neuerdings remote-Training der beiden letzteren belegen: Das Konzept der meditativen Ausrichtung passt nicht mehr in die schnelllebige Zeit – es passt in die schnelllebige Zeit.

 Ein sich rasend veränderndes Umfeld verlangt ein „sowohl als auch“.

Kluges Überlegen und rasches, agile Anpassen. Die Aufgabe alten Wissens und die Wertschätzung von Weisheit. Vor wenigen Tage fragte ich eine kleine Gruppe hoch geschätzter, wissenschaftlich orientierter Kollegen: „wieviel Wert hat Weisheit?“. Innehalten, reflektieren und ein Versuch einer Antwort: „Weisheit weiss, was es für die Zeit braucht und was es gilt loszulassen.“

Loszulassen gilt es, endlos sich in seinen Erkenntnissen zu „baden“, auszubauen gilt es, „anders“ zuzuhören, will heißen, zukunftsorientiert und offen für interdisziplinäres Wissen optimistische Lösungen zuzulassen.  Loslassen bedeutet, Bestehendes konsequent zu reflektieren und innovativ mit neuen Einflüssen zu verschmelzen. Sich selbst und andere hin zu Lösungen verführen bedeutet freies Lernen, Assoziieren, Erfinden und Implementieren, bedeutet Lernen und Glück.

Was also ist unser persönlicher Beitrag zum Gelingen einer besseren Welt?

 Der Neurologe Gerald Hüther weiß: „Was wirklich ansteckend ist, ist das Glück, das Menschen ausstrahlen, die Verantwortung für sich übernommen haben. Das sind Menschen, die in sich eine Verbundenheit mit sich selbst und der Welt hergestellt haben, die sie glücklich macht. Diese Menschen führen ein Lebe, welches wir jedem auf dieser Welt nur wünschen können.“

Was ist Ihr persönlicher Beitrag zum Gelingen einer besseren Welt – trotz VUCA, trotz Covid-19?

Meine Vision meines Beitrages seit vielen Jahren ist die „Verführung“. Nämlich die Verführung, möglichst viele Menschen zur Übernahme bewusster Eigenverantwortung und Selbstbestimmung.

Zugegeben, das ist kein „Renner“ in Zeiten von Angst, Kontrolle und Distanzierung. Wissenschaftliche Studien zeigen den sozialen Rückzug und Überantwortung an einige wenige auf.

So kann die notwendige Transformation und Positinierung in einer unvorhersehbaren, unsicheren und hoch agilen Welt von sich rasch ändernden Rahmenbedingungen nur gelingen, wenn wir zuerst für uns selbst eine Zukunft definieren, in der Verantwortung, Menschlichkeit und Verantwortung Platz haben.

Was müssen wir an Kompetenzen entwickeln, um unsere Idee von Zukunft mitgestalten zu können?

  • Das Basisverständnis zeitgemäßer Technologien, der Umgang mit Digitalisierung und der Vorstellung von Möglichkeiten aus Künstlicher Intelligenz sind in aller Munde
  • Die Umstellung auf hybride Systeme analoger und digitaler Kommunikation ist nahezu gelungen. Wir schließen langsam auf zu unseren Kindern, die wie selbstverständlich Vorhandene Technologien nutzen.

Die Reflexion sozialer Fähigkeiten, wie das Führen auf Distanz ist in Entwicklung und braucht Ihre, unser aller Unterstützung: denn es beginnt damit, uns selbst zu führen, zu verführen in eine optimistisch-realistische Zukunft. Und Zukunft entsteht laut moderner Hirnforschung in unserem Kopf. Durch wertschätzenden Austausch mit Gleichgesinnten gelangt sie in die Realität (Vergleiche Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus 😉

  • Vertrauen in uns selbst, um das Ungewisse zu meistern. Mein Lieblingsweiser Nassrudin Hodscha (https://de.wikipedia.org/wiki/Nasreddin) gibt Anweisung, wenn er sagt: „Aus der Knospe der Verwirrung erblüht die Blume der Verwunderung“ – erst wenn wir Ungewissheit zulassen, können wir Neuland betreten und lernen, Lösungen entwickeln und Glück erfahren.

Was ist unser Beitrag zum Gelingen einer zukünftigen Welt?

  • Der Entwurf einer eigenen, authentischen und lebenswerten Zukunft
  • Der Erwerb von dazu nötigen Fähigkeiten und Wissen:
    – Reflektiertes Selbstvertrauen erlaubt es uns, anderen – manchmal mit nötigem Mut – ebenso zu vertrauen und uns auf den Weg zu machen, erreichtes zu hinterfragen und nächste Schritte/Phasen zu planen und umzusetzen
  • Komplexe Themen auf einer Metaebene zu betrachten, ohne sofort in Mikromanagement abzutauchen
  • Mut und Freude für eine gemeinsame angemessene Zukunft inmitten von Veränderungen in die Köpfe und Herzen zu tragen.
  • Das sichtbare, nachvollziehbare Vorleben und Vorführen, das Verführen Anderer, Maß zu nehmen, zu reflektieren und selbst: Erst wenn wir uns selbst Sinn und Ausrichtung gegeben haben, schaffen wir gemeinsam Leidenschaftsorientierung und Gemeinschaftsorientierung zu entwickeln.

Verführen wir uns und die Menschen, die mit uns gestalten, zu mehr Mut zur Selbstverantwortung und Neugier auf das neue Leben. Verführen wir uns zum Lernen und zu überraschenden Lösungen. Je mehr wir zukunftsfähige, denkende, reflektierende Menschen in unseren Teams haben, umso einfach wird es, Organisationen zukunftsfähig zu gestalten, Zukunft gemeinsam, mutig flexibel und multikompetent zu gestalten.

In diesem Sinne wünschen wir ein wunderbares neues Jahr 2021 und freuen uns über Feedback, Anregungen und hilfreiche Ideen. Wir sind für euch da!

Barbara & Michel

PS: Auch ein digitaler Vorteil: wenn Sie mehr von den genannten klugen „Alten“ lesen oder hören wollen – das Internet gibt Auskunft 😉

21 Nov 2020
Post Servant leadership

Servant leadership

Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem methodischen Zugang zu Leadership und Coaching.  Sie tun es unbewusst sicher auch. Und spüren in all unseren Reflexionen über die Führung von Mitarbeitern und virtueller Sparringpartner im Testen neuer Situationen die Zeitenwende.

Zeitenwende. Das klingt fast spirituell. Tatsächlich geht es uns, Ihnen als Führungskraft und mir als Coach und Berater, weniger um materielle Transformationen als um den „uplift“ des Mindsets hin zu Fokus, Konzentration und Gestaltungskraft.

Zeitenwende. Ganz pragmatisch haben wir erkannt und langsam auch akzeptiert, dass wir nach neun Monaten in Zeiten von Corona am Anfang von Neuem stehen. Das Neue, das unseren Alltag erfasst, verlangt auch ein Führungsverständnis, das zwar sich in den vergangenen Jahren theoretisch anbahnte, jetzt aber zur täglich notwendigen Aufgabe wird.

Viele neumodischen Methodenbezeichnungen aus dem „agile leadership“ wie zum Beispiel Design Thinking, Scrum, Kanban, die noch aus traditionellen Entwicklungen der Hypnotherapeuten oder Qualitätsmanager und Organisationsentwickler stammen, haben Begrifflichkeiten wie „agile coach“, facilitator, connector und zuletzt auch „servant leader“ angeboten – wenn auch auf definierte Aufgaben begrenzt. Die Zeiten ändern sich und Beschränkungen verschwinden.

Upgrade. Es mutet daher fast wie ein downgrading von Führungsaufgabe an, wenn dieselben Begriffe nun auf Menschen angewendet werden, die ihre Wirksamkeit bisher aus Organisationsbezogener Hierarchie und festgeschriebenen Prozessen ableiteten.

Und nein, ganz im Gegenteil. Menschen durch diese unruhigen Zeiten von COVID19 zu führen, ist die nobelste Aufgabe auf jeder Führungsebene. Es bedeutet, dem ganzen Großen zu dienen, Menschen aus der kleinen Rückzugsbox, in die wir uns in Krisenzeiten gerne flüchten, heraus zu führen und Mut und Perspektive zu geben für die neue Zeit.

Ja, es wird herausfordernd.
Ja, es ist ungemütlich.
Und es ist spannend, knisternd und für den Augenblick angemessen. Altes und Neues, Materie und Virtualität verschwimmen – virtual reality.

 

Mut. Geschichte kann nicht zurückgedreht werden. Wissen und Erfahrung werden ebenso gebraucht wir die Fähigkeit, sich von lieb gewonnenen Ritualen und vertrauten Kontrollmechanismen zu trennen. Das macht unrund und für manche schwer zu akzeptieren. Widerstand, Wehmut und Sorge gehören zur Transformation und sind Voraussetzung, sich danach mit Neuem anzufreunden.

Nutzen wir diese „unfreezing phase“ dazu, kreativ Neues zu denken und zu experimentieren.
Jetzt spielen Sie Ihr Können als „servant leader“ aus:

Geben Sie Sicherheit durch Strukturen, einen Rahmen, in dem Wachstum und kreative Entwicklung stattfinden dürfen und können. Prüfen Sie die „Räume“ die Lösungen erlauben.
Geben Sie Wertschätzung für die Beiträge Einzelner, fördern Sie neue Perspektiven und Teammitglieder.

Unterstützen und begleiten Sie jene, denen noch der Mut fehlt, sich mit Ideen zu melden oder die technischen Möglichkeiten, sich adäquat einzubringen.

Fordern Sie neue Kommunikationswege, analog, digital oder hybride. Was ist „real“, was Simulation, was Träumerei, was…

 

Die Eigenschaften und Haltungen sind „simply but not easy“ und kurz zusammengefasst

  • Kraft
  • Enthusiasmus
  • Liebe
  • Flexibilität
  • Orientierung nach langfristigen Ergebnissen
  • Emotionale Intelligenz
  • Systemische Intelligenz
  • Spirituelle, bewusste, reflektierte Intelligenz

Gestehen Sie sich selbst ein, ein Lernender zu sein. Assoziieren Sie mit Ihren Kollegen, mit Ihrem Team hin auf ein erstrebenswertes Ergebnis. Kooperation und der Einsatz aller unsere Sinne sind gefragt.

Seien Sie nachsichtig. Mit den anderen und mit sich selbst.
Seien Sie fordernd. Mit den anderen und gegenüber sich selbst.
Seien Sie reflektiert. Beobachten Sie sich beim Lernen und Führen im neuen Kontext.

Spielerisch. Unterstützend. Optimistisch. Kraftvoll. Sie sind das Role Model, an dem sich Ihre, unsere Gesprächspartner orientieren. Damit erhält Führen eine andere, soziale, fürsorgliche Eigenschaft – für eine andere und dennoch verheißungsvolle Zukunft.

Erinnern Sie sich: wir, das Team der Toccaverde begleitet Sie durch die neuen Herausforderungen. Sicher und kompetent. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns.

19 Nov 2020
Post Halt! Sind wir offen für die Zukunft?

Halt! Sind wir offen für die Zukunft?

Der Einfluss der vergangenen Monate: raus aus allfälligen Komfortzonen und rein in die Realität der Veränderung, in die Klarheit der Notwendigkeit.

Das heißt: auch Theorien der Vergangenheit über Intentionen von Menschen und Organisationen in Bezug auf Beharrung und Rückkehr in den gewohnten Zustand im Komfort erweisen sich augenblicklich als obsolet.

Statt dessen:

  • Werteorientierung über Gewinnmaximierung
  • Mehrwert statt ungebremstem Wachstum
  • Chancen und Möglichkeiten statt Herausforderrungen
  • Vernetzung über ein klare und überzeugende Alleinstellung
  • Agile Kompetenzen über funktionalem Management.

Und nicht zuletzt mit der Überzeugung, dass Wertschätzung und Teilen von Verantwortung den Weg in die Zukunft weisen – vielleicht nicht mehr „schneller, größer, weiter“ sondern mit einem Gespür dafür, was für das System angemessen und verantwortungsvoll ist.

Führen heißt nun Brücken zu bauen, heißt sich gegenüber Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu positionieren, Perspektiven zu wechseln, die Paramenter zu hinterfragen und vor allem: zu kommunizieren.

Führungskräfte mit Erfahrung aus interkulturellen Systemen könnten einen kleinen Startvorteil gegenüber jenen haben, , die sich vermeintlich sicher in vormals klaren Strukturen aufhielten.

Führen erschließt sich nicht länger im „Anweisen“, im „Unterweisen“, sondern in der Fähigkeit, sich verständlich zu machen und für Klarheit in neuen Kollaborationen zu sorgen.

Was es dazu braucht?

Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge. Die eigene mentale Gesundheit und Fähigkeit, sich den Anforderungen zu adaptieren, sind Voraussetzung für Führen in permanenter Veränderung. Und die Bereitschaft, Ihre angemessen beste Leistung zu erbringen.

Ein positives Mindset: Möglichkeiten statt Herausforderungen zu sehen bedeutet auch, selbst in unwägbaren Situationen die strategische Voraussicht zu bewahren und unterschiedliche Zukünfte und gegenwärtige Realitäten in Einklang zu bringen, also positive, adaptive nächste Schritte zu setzen.

Eine Vision: Diese zu entwickeln und weiterzutreiben, andere dafür zu begeistern und einzubeziehen, ist zugegeben anstrengend und dennoch notwendig, um Führen zu können. Der „Purpose“ als Sinn des immateriellen und materiellen Einsatzes schafft die Motivation für den täglichen Einsatz (Vergleiche: Viktor Frankl)

Werte und gesellschaftliches Engagement: Die letzten Monate haben nachdrücklich (und wissenschaftlich) bewiesen, dass Vertrauen und Hoffnung, Integrität und Resultate – also alles, was unserem Dasein Bedeutung und Sinn gibt -, als wertvoll wahrgenommen werden und Menschen, die diese zu vermitteln imstande sind, als Führungskräfte erkannt werden.

Für den Kunden mitdenken. Lernen wir mehr denn je, uns an den Stakeholdern, den Bedarfen der Kunden zu orientieren. Kunden möchten, dass wir auf ihrem Weg in eine positive Zukunft an Bord sind und uns an ihren Prioritäten, ihren Bedürfnissen, ihren Lösungen und damit ihren Feierlichkeiten beteiligen. Unsere Kunden und Partner sind es, die wir mit unseren Haltungen, Leistungen und Angeboten mitnehmen wollen in eine positive Zukunft.

Transformationsgeist. Notwendige Entwicklungen voraus zu sehen und mit der Veränderungsenergie zu gehen ist jene Kraft, die verhindert, dass wir von externen Kräften überrollt werden.

Womit wir am Beginn angelangt sind: wehren wir uns nicht gegen die Veränderungen, sondern nutzen wir deren Energie mit emotionaler Intelligenz.  Nutzen wir Reflexion und Kommunikation über mögliche, vielfältige Zukünfte, sorgen wir gemeinsam für ein gesundes System und die gemeinsame Ausrichtung darauf, das Wertvolle mitzunehmen. Also ein respektvolles „Beides“, ein Abwägen von sowohl als auch in Zeit und Raum.

Seien wir mutig. Jetzt. Wir sind übrigens weiter für Sie da – im hybriden Modell, je nach Bedarf und Möglichkeit. Rufen Sie an, schreiben Sie uns. Das Team der toccaverde freut sich auf Sie!

Alles Gute – bleiben Sie gesund, umsichtig und mutig!

Barbara & Michel

19 Nov 2020
Post Do you feel working the same way as before Corona? - Toccaverde | your development in business

Wie kreativ sind Ihre Gespräche in „noch-immer-Corona“?

Geht es Ihnen auch so? Sie sitzen täglich in remote-Meetings, auch wenn es langsam mehr Präsenz-Gespräche gibt. Große Unternehmen wie Siemens denken bereits darüber nach, eine praktikable Abfolge von Präsenz- und Home Work für ein weltweites „Rollout“ zu designen.

Erste Tutorials für Remote Work entstehen. Bildpräsenz, Kamerablick und reduzierte Gestik sind schnell erlernt.

Was bringt das?

Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass das „Old school learning“, gleich ob in Präsenz oder Web, nur 10% zur lebenslangen Entwicklung der Mitarbeiter beiträgt. 70% lernen wir „by doing“ und 20% im „Copy and paste-Modus“.

Wie aber gestalten wir die neuen Inhalte?

Wie zeigen wir Emotionen über die Teachings aus Seminaren zur „Emotionalen Intelligenz“ hinaus?

Welche Sprachformeln bedingt die Transformation der „neuen Zusammenarbeit“?

Ist Kreativität möglich in der derzeitigen Form von Remote Work?

Welche Entwicklungen werden in der Semantik erforderlich?

Eine Frage führt zur nächsten.

Tatsächliche Erkenntnisse werden wir erst in einigen Monaten, wenn nicht Jahren erlangen. Zu spät, um im Status zu verharren.

Wie gestalte ich kreative, innovative Arbeit im gewohnten Zustand von räumlicher Distanz, scharf strukturierten Redeprozessen, schulähnlichen Abfragemodi und obrigkeitsgewohnte Schweige-Komfortzone?

Multikulturelle Coaches wie wir in der Toccaverde sind seit Jahren „distance calls“ gewohnt und auf mehr als Worte angewiesen, um empathisch auf unsere Gesprächspartner einzugehen. Unsere Erfahrung: ohne präsenzgeschärfte Empathie und dem Abstützen unserer Annahmen auf mehr als einen, vielleicht sogar ausschließlich auditiven Input braucht es einiger zusätzlicher, vielleicht noch ungewohnter Kompetenzen.

Meine persönliche Erfahrung:

Neuerdings begleite ich auch als Zuhörer Remote Meetings und erlebe spannende Situationen. Moderatoren und Sprecher im strikten Kontrollmodus, hoch beherrschten, konzentrierten, emotionsarmen, melodiebefreiten Stimmen. Manchmal mit begrenzten Redezeiten, vereinbarten Agenden, die ausschließlich dem Abarbeiten von Maßnahmen und Vorgaben dienen.

Das mag für den Zweck auch passen. Jedenfalls ist es effizienter als jene remote Meetings, in denen sich die Mehrzahl der Teilnehmer von Bild und Ton verabschiedet und zum gelangweilten Konsumenten degeneriert.

  1. Kreative Gespräche und Meetings brauchen mehr:
    sie brauchen Stimme mit Stimmung, Bild mit Emotionen, Raum und Zeit, das miteinander Lachen, einander kennenzulernen und die Akzeptanz unterschiedlicher Wahrnehmung.
  2. Stimme mit Stimmung: geben sie die Kontrolle auf – es ist einfach: sie haben sie nie gehabt.
    Der Systemtheoretiker Niklas Luhman und der „radikale Konstruktivist“ Paul Watzlawik haben wissenschaftlich belegt, dass die Botschaft des Senders nicht gleich der Information für den Empfänger ist. Worte alleine genügen nie, unbewusst nehmen wir die Farbe der Stimme, die Betonung wahr und übersetzen diese – angereichert mit Übereinstimmung oder Nichtüber-einstimmung von Mimik, Gestik, eigenen Werten, Vorwissen und vielem anderen mehr in unsere eigene „Wirklichkeit“. Was hilft? Reden Sie miteinander statt übereinander. Finden Sie zueinander. Zeigen Sie Emotionen – verbal und nonverbal.
  3. Ersetzen Sie bestimmte Worte.
    Dazu werde ich sicher noch ausführlicher schreiben und sprechen. Wesentliches, wie das Vermeiden von „Nein“ und „aber“ kennen Sie sicher bereits (was nicht gleichzusetzen ist mit dem modischen „aber ja!!“ mancher Sprechschulen.
    Die Herausforderung, angemessen zu konnotieren, ist der Qualität der Zeit geschuldet: In Zeiten der Veränderungen ist Achtsamkeit in der Wortwahl angesagt. Wir lernen, dass wir nicht alles kontrollieren, nicht mehr im Wettbewerb mit anderen stehen. Kein „weiter, höher, schneller“ mehr, sondern ein agiles, sinnstiftendes, gemeinsames Ansteuern möglicher Zukünfte ist angesagt. Worte wie „Herausforderungen“ lösen unzeitgemäße, wettbewerbsähnliche Reflexe aus. Der Ansatz der Zusammenarbeit verlangt stattdessen nach Möglichkeiten. Sprechen Sie davon und lassen Sie sich von der Wirkung kreativer Kooperationen überraschen! Sorgen und Überlegungen verschwinden nicht von jetzt auf gleich – der semantische achtsame Umgang mit Worten und Sätzen erlaubt jedoch hilfreiche Perspektiven und Zugänge.
  4. Verwenden Sie einen offenen Wortduktus und neue Ausdrucksebenen.
    Laden Sie Ihre Gesprächspartner ein, „offene“ Fragen zu stellen und andere um Unterstützung zu bitten. Gehen Sie auf Stimmungen ein und sprechen Sie diese an.
    Fragen Sie immer wieder selbst nach. Lassen Sie viel Raum zum Nachdenken, induzieren Sie einen freundlichen Ebenen- und Perspektivenwechsel. Wertschätzen und vertrauen Sie auf die Kraft der kleinen Schritte.

Mehr davon erzählen wir euch in unserem nächsten Blog – oder Podcast. Ich freue mich auf inspirierende Fragen und Anfragen zu kreativen Workshops in Distanz oder Präsenz.

Barbara & Michel

19 Nov 2020
Post-Corona oder noch mittendrin?

Post-Corona oder noch mittendrin?

Worüber denken und was gestalten?

Zugegeben: mir fehlt die ungeteilte Aufmerksamkeit, der Fokus, den die Quarantäne – und nicht nur das Homeoffice – uns erlaubte. Was für viele Anstrengung bedeutete, die neue digitale Kommunikation, die Konzentration auf den Gesprächspartner am Bildschirm, die Disziplin der Gesprächsführung, die Ruhe des Gedanken-entwickeln-lassen: all das ist reduziert und der Fokus „zerstreut“.

Stattdessen: Erwartbare und unerwartete (teils) emotionale Ausbrüche von Menschen, denen ich solches nie zugeschrieben hätte: Kampfansagen für den Erhalt von imaginären Freiräumen, Übertreten von Roten Linien und Kontrollansprüche als letzte Bastion und Demonstration vermeintlicher Macht. Die Rückkehr zur Normalität ist ungleich anspruchsvoller als der Rückzug ins „moderne Biedermeier“ – zumindest für die Privilegierten, die sich zurückziehen konnten.

Was für eine spannende Erfahrung, auch für mich, mich mit reflektiertem Gehörten in Beziehung zu setzen, meinen Hausverstand zu behalten und dann die wesentlichen Erkenntnisse aus zu sortieren.

 Zwei Erkenntnisse und nach sich ziehende Fragen begleiten mit seit einem digitalen Treffen mit Kollegen:

  • Wie reflektierten und wertschätzenden Widerstand gegen Beharrungsvermögen und Bewahrern leisten? Wie gleichzeitig Zukünfte entwickeln, die das wunderbare Wissen und Fähigkeiten der Vergangenheit integrieren? Wir wissen heute die Leistungen der Vorfahren, sei es in Architektur, Musik, Literatur zu schätzen und zu nutzen, eben und gerade weil wir uns selbst weiter entwickelten. Und eben auch in einem neuen Gewand!
  • Wie Zukunftsmodelle denken, auf Möglichkeiten fokussieren: „Energy flows where attention goes“. Wie schaffen wir die ambigue Herausforderung, die uns anvertrauten Menschen hin zu selbstständigem Denken und Handeln und dem Handhaben und Akzeptieren von multilevel Rahmenbedingungen zu führen?

Meine Vermutung aus vielen Gesprächen und Reflexionen der Vergangenheit:

  • Ein „Kampf“ um den Erhalt von Strukturen und alten Machtverhältnissen (zB zwischen Lehrenden und Lernenden) schränkt unsere Ressourcen ein. Ein schönes Beispiel kennen die fernöstlichen Philosophen, die die „höchste Stufe des Meisters“ als die Fähigkeit definieren, von seinem Schüler zu lernen.
  • In unserem westlichen Verständnis eines „Facilitators“ ist es die Fähigkeit, Innovation durch den Wechsel der Perspektive, durch das Reflektieren der Kundenfragen und -bedürfnisse zu ziehen – und allen Beteiligten den achtsamen und wertschätzenden Status der Freude an neuen Erkenntnissen zuzuweisen.Das Ringen um den Erhalt von Wissen und dessen Transformation in zukünftige Herausforderungen, den Möglichkeiten, dieses einer breiten Allgemeinheit zum Nutzen der Gesellschaft, der Sozialwirtschaft und der Umwelt zu kommen zu lassen vervielfacht unsere Kräfte.
  • VERTRAUEN ist der Schlüssel – zu und an uns und unsere eigenen, reflektieren, erprobten Haltungen und Fähigkeiten und zu dem Willen der Menschen, sich dem Guten anzuschließen.
  • Achtsamkeit gegenüber den Bedarfen und Positionen unserer Mitmenschen und die Fähigkeit, sich auf ein unwägbares Zukünftiges einzuschwingen.

Wir haben gelernt, dass a priori nichts gut und nichts schlecht, nicht richtig oder falsch ist, sondern von der Situation, den Visionen und der Ausrichtung abhängt – unabhängig unserer Bindung an soziale, ökonomische oder politische Vorgaben….

Bleiben wir neugierig!
Bewegen wir uns entlang den Wegweisern eines Penta-Lemmas zwischen 

  • dem Gewohnten, Vertrauten, Komfortablen dem Neuen, der Alternative, dem Weg vom Bisherigen
  • dem „sowohl als auch“ – also dem Zusammenspiel (der Integration) von beiden gegensätzlichen Polen,
  • dem „Keins von Beiden“ als der der Überprüfung bisheriger Überlegungen, dem Suchen nach dem Übersehenen.
  • Dann erst – und mit Freude – eröffnet sich die fünfte Position als das „ganz Neue“

(Format aus der Systemische Strukturaufstellung nach Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer, @Syst)

So viele Chancen – so viele Möglichkeiten! So eine wunderbare, große Auswahl, die uns erschließt, wenn wir unserem inneren Wissen folgen, auch dem Nichtgewählten eine neue Betrachtung geben.

Gehen wir es an und bleiben wir aufmerksam!

Wir sind neugierig auf Ihre Kommentare und eine lebhafte Diskussion und natürlich für Sie (auf allen Kanälen und mit vielen anderen methodischen Ansätzen, die wir als Sicherheit im Wandel anbieten) da!

Eure

Barbara Schütze

19 Nov 2020
Post-Corona or in the middle of it? - Toccaverde | your development in business

I care that you care

Ich bin ein bekennender Laie. Nicht einmal ein “Amateur” (aus dem Lateinischen abgeleitet für “Liebhaber”) – was Epidemologie oder Virologie betrifft. Und Sie?

Wie gehen Sie mit all dem Nicht-Wissen um?

Aggressiv und angsterfüllt – Marshall B Rosenberg würde dies emphatisch auf den Wunsch nach Sicherheit, nach Verstanden-werden, nach vielem Nicht-Erfülltem zurück führen wollen.

Selbstsüchtig und egomanisch – wenn es schon kein anderer auf Sie achtet oder weil Sie sich nicht zu den Gefährdeten zählen, weil Sie für andere arbeiten müssen und weil es generell allen anderen so viel besser geht als Ihnen?

Oder reflektiert mitfühlend und sorgfältig (selbst)sorgend?

Einen Text zur Haltung habe ich bei Nora Batson gefunden und danke meinem Lehrer und Freund Matthias Varga von Kibed für das Vermitteln:

„I don’t care if that mask you wear is really going to keep me from getting the virus. I care that you care. The wearing, and not wearing of protective bandanas, gloves, or whatever… is a message. You know that. I know that. What sort of a world is it that day to day life takes place within?

But no. Normal is beckoning. Normal is urgent. Normal is the survival of billions of people. Normal is a reboot of the inter-systemic death machine that got us here in the first place.

Normal is a double bind. Go back to normal and we all end up in more global catastrophes, but if we do not go back to normal, it is a global catastrophe. And to say this in writing… is to trigger a thousand blades of snickersnack comments to slice the writer into coleslaw.

“That things ‘just go on’ is the catastrophe.” — Walter Benjamin

This is the dystopia. Its counterpart is the vitality of caring and tending to each relationship in each moment. In the supermarket, in the living room, in the social media space.

It is also a small hint of a path.

It is not what is said, or unsaid, but the relationships in which the saying is taking place that give the meaning.“

From: Nora Bateson „My Health Is Not My Own“

Entscheiden wir uns. Jetzt. Und erinnern Sie: wir gestalten.

In jedem Fall sind wir in der Toccaverde für Sie da. We care!
Rufen Sie gerne an (+43 664 232 11 32) oder schreiben Sie uns toccaverde.eu@toccaverde.com

19 Nov 2020
Post New Work! New Work?

New Work! New Work?

Jetzt ist Zeit für kreativen Optimismus, für visionäres Mitgestalten!

Viele schöne Coaching und Strategie-Gespräche durfte ich während der letzten Woche führen.

Und jetzt?

Ich bin begeistert über den Spirit derjenigen, die es verstanden, für eine gemeinsame Sache über sich hinaus zu wachsen, ihre Ängste zu besiegen, für andere unter schwierigen Bedingungen da zu sein.

Sie sind die Helden der neuen VUCA Welt.

Sie behalten Haltung, wenn es um V(erletzlichkeit) U(nvorhersehbarkeit) C(omplexität) und A(mbiguität – Mehrdeutigkeit) in unserer gegenwärtigen, „neuen“ Welt von Miteinander, Familie, Ethik, Werten, Business geht.

IKurz war ich entsetzt über Selbstdarsteller, die aus Selbstverständlichem eine PR-Show machen, um vermeintlich den „Brand“ des Unternehmens zu steigern. Ganz ehrlich: das geht daneben, denn es ist „very old fashion“! Wir sind kritischer geworden und agressiver, klarer in unserer Wahrnehmung.

Bei der Enttäuschung will ich nicht zu lange verweilen. Denn jetzt ist es Zeit, das allmähliche Hochfahren unseres „eingefrorenen“ Alltags nicht nur zuzulassen, sondern auch zu begleiten. Denn die Aussagen der Soziologen, Epidemologen, Ethiker, Mathematiker und Ökonomen u.v.a.m. gleichen sich in der Annahme, dass wir noch eine Weile die Auswirkungen der Covid19 spüren werden.

Was also bleibt vom Schönen? Zeigen wir den Profilierungs-Neurotikern unser freundlichstes Lächeln und gehen weiter zu Wesentlichem. Was haben wir gelernt?

Klare Kommunikation und ein Miteinander auch im Remote-Zustand sind das A und O des Erfolges:

Dazu gehört ein strukturierter Zugang zu den Menschen, die wir mit unseren Aussagen ansprechen und bewegen wollen und eine Sprache, die diesen Menschen in der augenblicklichen Situation eine Leitlinie für die nächsten Jahre geben kann.

Verabschieden wir uns von alten Strukturen und Organisationen – leben wir VUCA-Haltungen:

Die Pandemie erzeugte ein Paradoxon, nämlich verordnete Raumfreiheit – „spatial distancing“. Wie flexibel, wie produktiv und wie sicher gestaltet sich Zusammenarbeit in und außerhalb von Büros. Alle diese Überlegungen führen unweigerlich zu anderem, reflektiertem Führungshaltungen, zur Minderung von Kontrolle und Hierarchie und zu notwendigem Vertrauensvorschuss und klaren Zielvorgaben.

Werden wir zukünftig uns und unsere Arbeit neu organisieren?

Vorlagen haben es seit den 2008-Crashes von den Militärs bis in die Managementliteratur geschafft. Nun – ähnlich der Akzeptanz digitaler Strukturen – werden Führungskräfte auf Fähigkeiten zurück geworfen, in einer Welt der Volatilität, Unsicherheit, Komplexität and Mehrdeutigkeit (VUCA) hin geprüft.

Rasche Entscheidungen, die Verarbeitung von ungeheuren Datenmengen, das Annehmen neue technologischer Möglichkeiten und angepasste oder ganz neue Ziele werden über den Erfolg entscheiden:

Lernen wir rasch, welche Aufgaben sehr viel effizienter in der Ruhe eines Home Office gelöst wurden. Wie werden jene, die eben nicht im Büro sind, in das Projekt, in die Aufgabe eingebunden? Werden alle vormaligen Mitarbeiter in diesen neuen Vorgang miteingebunden, haben alle das notwendige Knowhow erwerben können, flexibel und ohne strikte Arbeitsanweisung in Selbstverantwortung Aufgaben zu lösen?

Gibt uns Führen in VUCA Zeiten einen Leitfaden?

Versuchen wir es:

  1. Wechseln wir unsere Denkmuster, unsere Perspektiven
  2. Beschleunigen wir unsere Veränderung, klammern wir uns nicht an die „schöne alte Welt“ sondern akzeptieren wir die Disruption, eine neue Geschwindigkeit des Denken, Entscheidens und Umsetzens, lernen wir zu Scheitern und dies als einen Meilenstein des alternativen Lernens zu sehen, freuen wir uns über die Unterstützung der „Digital Generation“.
  3. Vorwärts und anders: Schaffen wir den (vielleicht auch kleinen) Unterschied. Geben wir den vielleicht Bewährten eine neue Perspektive (gerne werde ich zum Perspektivenwechsel demnächst schreiben).
  • Verabschieden wir uns von „altmodischer“ Kommunikation. Schauen wir uns ab, wie wer mit welchem Erfolg kommunizierte. Wer „remote Führen“ tatsächlich beherrschte.

Mit Freude berichte ich über „heimliche“ Heros, die in der Krise überraschend starke Performances zeigten, das eigene Ego zurück stellten und an der Herausforderung arbeiteten.

Sie verzichten auf Schönwetter- und Personality-Aussagen und öffneten sich hin zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen der „Zielgruppe“: Fakten statt Fake!

Die Zukunft der Kommunikation, des Dialoges liegt im Nutzen des Gesagten/Gehörten. Und auch darin, sich im Dialog von Anderen neue Perspektiven zu holen und eigene Standpunkte zu entwickeln oder neu zu entwerfen.

Geben wir uns gemeinsam eine neue Vision, Werte, die über Worte hinaus gehen und die Beteiligten begeistern. 

Eine Vielzahl von wissenschaftlich fundierten Arbeiten zu Sozialogischen und Psychologischen Themen haben ausgehend von zB Gregory Batson, Virgina Satir und Milton Erickson, Steve de Shazer, Inso Kim Berg, Robert Dilts, Matthias Varga von Kibed, Insa Sparrer und vielen anderen an Methoden des „Future Perfect“ gearbeitet, der meditativen Visualisierung einer lebenswerten Zukunft, aus der rückblickend Prozessschritt, Haltungen und Ressourcen abzuleiten sind. Dies in einer komplexen, ambigen Zeit.

Wir erschaffen unsere neue Welt.  Beginnen wir heute!

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir! Ich freue mich über Ihr digitales und analoges Feedback. Wir sind Ihr Gesprächspartner!

Ihre Barbara Schütze

Autor: Dr. Barbara Schütze ist ausgebildete Krisenmanagerin, erfahrene Executive Coach und Beraterin für Menschen und Organisationen in Entwicklung sowie gerichtlich beeidete Sachverständige

Das gesamte Toccaverde Team an Coaches und Berater erreichen Sie einfach unter  toccaverde.eu@toccaverde.com